Offener Kanal Schleswig-Holstein

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Kinder & Fernsehen

Wichtiges über Medien: Fernsehen

Fernsehen ist spannend – für alle Altersgruppen! Und Fernsehen ist ein Dauerbrenner bei Familienkonflikten. Fernsehen ist immer noch eines der beliebtesten Medien. Ein eigenes Gerät im Kinderzimmer ist mehr Regel als Ausnahme. Fernsehen ist wichtig – braucht aber Alternativen.

Fragen und Antworten

Was ist so spannend am Fernsehen ?
Fernsehen ist Vorbild. – Gerade neue Formate aus dem Reality TV-Bereich geben im Kleinen Handlungsideen für Kinder und Jugendliche. Kinder übernehmen nicht die ganze Rolle einer Person, aber sie sehen doch Details sehr genau an. Wie sprechen die Menschen miteinander, wie gehen sie miteinander um ? Wie werden Probleme gelöst, wer ist mit welchen Verhaltensweisen der "Sieger"?
Neben der faszinierenden Unterhaltung durch Spielfilme oder Serien und der umfassenden Information ist "Lebensweltorientierung" eine wichtige Motivation für Kinder und junge Jugendliche. Gut, wenn Kinder schon früh hinterfragen, ob das Dargestellte in der Realität auch richtig ist. Dann kann TV spannend und bereichernd sein.

Wie lange sollten Kinder höchstens fernsehen?

90 Minuten täglich sitzen 9–13-jährige im Durchschnitt täglich vor dem TV-Gerät.
Grundsätzlich gilt: Problematisch wird es immer dann, wenn Kinder das Fernsehen zu ihrem Lebensmittelpunkt machen und andere Aktivitäten vernachlässigen. Faustregeln gibt es nicht, aber Anhaltspunkte:
Ein striktes Fernsehverbot darf nicht das pädagogisch letzte Mittel sein, denn Verbote erhöhen den Reiz und verdecken den Blick auf die Frage nach dem "Warum" des erhöhten Medien-Konsums.

Was ist kindgerechtes Fernsehen ?

Kindgerecht heißt nicht, dass IHNEN das Programm gefallen muss! Die Sendungen müssen die Lebenswelt Ihrer Kinder berühren. Kinder sehen gerne reale und fiktionale Sendungen, die ihren Alltag und ihre Träume wiedergeben. Sendungen, die kindgerecht informieren und dabei auch noch witzig und unterhaltsam sind, machen allen Altersgruppen Spaß! Problematisch sind dagegen Reality- und Boulevard-Formate, in denen realistisch dargestellte Gewalt gezeigt wird oder ein respektloser Umgang im sozialen Miteinander an der Tagesordnung steht. Hier wird meist von den Sendern stark dramatisiert und oft ist Reality reines Schauspiel.
Sendungen wie Deutschland sucht den Superstar (DSDS) fordern bei Abstimmungen außerdem oft zu teuren Telefonanrufen auf. Das Prinzip "Setze Deinen Kandidaten durch, rufe mehrmals an" zieht dann einen hohe Telefonrechung nach sich.

Was kann die Darstellung von Gewalt bewirken?

Fernsehen ist nicht bestimmend verantwortlich für aggressives Verhalten bei Kindern. Gewalthaltige Darstellungen im TV treffen immer auf individuelle Voraussetzungen der kindlichen Zuschauer und Kinder erleben Gewalt nicht nur im TV. Die Form filmischer Gewalt, wie z.B. in Zeichentrickfilmen (Gut gegen Böse) kann gut verarbeitet werden.
Kritischer ist die realistische Gewaltdarstellung (Nachrichten oder Reality-Sendungen). Bedrohliche Darstellungen können Ängste auslösen. Sprechen Sie darüber. Kinder finden sich dann in der TV-Welt zurecht, wenn sie angemessen unterstützt und aufgefangen werden.

So kann es gehen ...

Schauen Sie selbst viel ? Überprüfen Sie Ihre eigenen Sehgewohnheiten.
Nehmen Sie Ihre eigene Fernseh-Erfahrung als Anlass, um mit Ihrem Nachwuchs zu sprechen. Der Fernseher muss nicht zwangsläufig zu Streitgesprächen führen.
Sehen Sie gemeinsam mit Ihren Kindern die Sendungen, die so faszinieren. Kinder nehmen Kritik an bestimmten Sendungen ernster, wenn die Eltern sich die Mühe machen, einen Blick darauf zu werfen.
Der Fernseher ist kein Kindersitter. Andererseits ist Fernsehentzug als Strafe auch eine Überhöhung. Das "Schönste" wird weggenommen. Lassen sie den TV zum Alltag in Ihrer Familie werden – Abstinenz hilft nicht.

Machen Sie doch Familienfernsehen einmal selbst!

Der Blick hinter die Kulissen und das gemeinsame Arbeiten vor und hinter der Kamera sind ein attraktiver Ausgangspunkt für das Familienthema TV. In den Offenen Kanälen Kiel und Flensburg stehen Ihnen ein Fernsehstudio und fachliche Anleitung kostenlos zur Verfügung.

Tipp

Medientagebuch und Medienvertrag
Schließen Sie mit Ihrem Nachwuchs einen Medienvertrag ab und lassen Sie die Kinder einmal über einen bestimmten Zeitraum ein TV-Tagebuch führen. Die Seh-Gewohnheiten werden zum Anlass genommen, um über die zukünftige Nutzung zu sprechen und diese festzulegen. Im Vertrag haben auch Eltern Pflichten. Diskutieren Sie Vertrag und Tagebuch gleichberechtigt in einer "Familienkonferenz" – einmal im Monat. Dabei können Sie sich auch gegenseitig Medienerlebnisse schildern oder Sendungen zeigen. www.oksh.de/medienvertrag

Kurz erklärt

FSF ist die "Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen e.V.", eine anerkannte Selbstkontrolleinrichtung. Sie legt für bestimmte Sendungen im Privatfernsehen fest, ab welcher Uhrzeit diese gezeigt werden dürfen, um Kinder und Jugendliche nicht zu beeinträchtigen. www.fsf.de

KI.KA ist der öffentlich-rechtliche Kinderkanal von ARD und ZDF und seit 1997 auf Sendung. Das gesamte Programm ist werbefrei und wird für die Altersgruppe der drei bis 13-jährigen produziert.

Landesmedienanstalten sind Kontrollinstanzen für den privaten Rundfunk. Sie sind Einrichtungen des öffentlichen Rechts und in jedem Bundesland vertreten. In länderübergreifenden Angelegenheiten arbeiten sie zusammen. Zu ihren Aufgaben gehören die Lizenzierung von privaten Rundfunkveranstaltern, die Programmaufsicht und Programmkontrolle und die Medienkompetenzförderung. www.alm.de

Trailer sind Programmankündigungen die in den Werbepausen laufen. Oftmals sind diese Vorschauen action- und gewalthaltig und überraschen einen beim gemeinsamen Familien-TV-Abend. Wer diese eventuellen Schreckmomente umgehen möchte, dem bleibt nur der Gang in die Videothek oder die Aufnahme eines Films im TV – ohne Werbepausen.

Links und Literatur

www.flimmo.de Programmberatung für Eltern mit konkreten pädagogischen Bewertungen einzelner Sendungen und nützlichen Tipps.

Beispiele wie die Prüfungen von Fernsehsendungen in der Praxis ablaufen, finden Sie unter www.fsf.de

Programmtipps und Wissenswertes zu den Themen Kinder, Medien, Kompetenz finden sich unter www.medienbewusst.de

Die Hotline-Nummer der Schau Hin-Initiative ist zu erreichen unter 030/40 00 599 59 und bietet eine Fülle an Informationen und Tipps zu vielen Fragen rund ums Thema Fernsehen
(u.a. mit Mediengutscheinen und TV-Stundenplänen).
www.schau-hin.info ist eine Website für Eltern, die sich mit Fragen der kindlichen Medienwelt beschäftigen.

Angebote und Beratung

Die Aktion Kinder- und Jugendschutz Landesarbeitsstelle Schleswig-Holstein e.V. ist als freier Träger der Jugendhilfe und versteht sich als Fachstelle für Prävention. Hier finden Sie Anregungen, Materialien und Ideen zur pädagogischen Auseinandersetzung zum Thema "Medien": www.akjs-sh.de

Der Offene Kanal stellt Ihnen seine Technik und Pädagogen zur Verfügung. Ob Trickfilm, kleiner Spielfilm oder später eine Livesendung mit mehreren Familien oder der Schulklasse – jede aktive Mediengestaltung hilft bei der Verarbeitung von Fernseheindrücken. www.oksh.de/familiendreh

Download

Den Flyer können Sie hier downloaden.
Im Rahmen des Netzwerks


 www.medienkompetenz.schleswig-holstein.de


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Schleswig-Holstein (MA HSH)
www.ma-hsh.de